Diätetik/Ernährung

Diätetik

Die chinesische Diätetik ist ein Teilbereich der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).
Schon vor über 6000 Jahren waren sich die Gelehrten der Wirkung und Zusammensetzung von Nahrungsbestandteilen bewusst und wussten damit gezielt ihre Patienten zu heilen. Damals wie heute wird der Ernährung ein sehr hoher Stellenwert beigemessen. Bei Erkrankungen und Beschwerden sollten dementsprechend bestimmte Nahrungsmittel bevorzugt bzw. gemieden werden.

In meiner Praxis dient hierzu die chinesische Anamnese: Befragung, Betrachtung, Puls- und Zungendiagnose.

Der Unterschied zur westlich orientierten Ernährungslehre ist die Herangehensweise: Jedes Nahrungsmittel, ob Frucht, Gemüse, Korn, Fleisch oder Gewürz, wird unter dem energetischen Aspekt beurteilt.

Das bedeutet: es wird zwischen dem Temperaturverhalten kalt, kühlend, neutral, erwärmend, heiss und dem Geschmack scharf, süss, bitter, fade, salzig, sauer unterschieden.

Beispiel:  Kaffee: warm/heiss+süss/bitter ; Tomate: kühl+sauer/süss

Auf dem ersten Blick erscheint es verwirrend, das ein Nahrungsmittel nicht nur eine Geschmacksrichtung besitzt, denn häufig sind mehrere Geschmäcker vorhanden

Probieren Sie es selbst aus! Achten Sie bei Ihrer nächsten Mahlzeit auf die Geschmäcker der einzelnen Zutaten!

Temperaturverhalten und Geschmack eines Nahrungsmittels sind im frischen Zustand ebenfalls eine andere als im getrockneten Zustand.

Die Wirkungen der Geschmäcker hier im Detail:

Scharf: zerstreuend – stärkt die Bronchien und unterstützt diese. Eine Überdosierung führt jedoch zur Schwächung. Hierzu zählen sehr viele Kräuter (Petersilie, Knoblauch, Oregano,Zwiebeln,…)

Süss: nährend und befeuchtend – stärkt den Verdauungstrakt und stabilisiert diesen.
Überdosierung führt zur Feuchtigkeit und im Extremfall zur Verschleimung (der Stoffwechsel wird langsam bzw. stockt, Konzentration nimmt ab). Hierzu zählen Karotten, Rosinen, Weizenprodukte, Kohlenhydrate,…

Bitter: absenkend und beruhigend – gut für Herz und Geist . Hierzu zählen viele Salatsorten und einige Kräuter wie Basilikum und Lorbeerblätter.

Fade: entwässernd, leitet Feuchtigkeit aus – gut für die Nieren und den Flüssigkeitsstoffwechsel. Hierzu zählen nahezu alle Pilzearten und Reis

Salzig: löst Verknotungen – gut fürs Gewebe. Überdosierung kann die Knochen schädigen

Sauer: zusammen ziehend – stärkt Sehnen und Bänder – Überdosierung kann schädigen. Hierzu zählen Früchte, Buttermilch und Molke

Nun können Sie sich bestimmt vorstellen, wie fein die Sinne geschult sein mussten, als sich die Menschen mit diesem Thema der chin. Medizin beschäftigten.

Um mit feinen Energien umzugehen, muss man sich selbst „feintunen“. Dafür sorgte man durch Energiearbeit wie Qi Gong, Tai Qi und durch Gebete, Meditation und Yoga.
Natürlich wurde eine gesunde Ernährung praktiziert!

Eine schwache Mitte führt zu schwachem (unüberlegtem) Handeln!