Akupunktur

Mannvornekleinweiss

Die Akupunktur, der TCM zugehörig, ist eine über 6000 Jahre alte Medizin, die sich seitdem stets durch die Flexibilität der unterschiedlichen Krankheitserscheinungen auf der Erde weiter entwickelt, so dass die Nadelung sogar im 21. Jahrhundert enorme Behandlungserfolge nachzuweisen hat.

Schon vor über 6000 Jahren behandelte man in China, später auch in Japan, Korea, Tibet, Thailand etc. nahezu alle Arten von Krankheiten mit goldenen und mit silbernen Nadeln, die an bestimmten Punkten unterschiedlicher Stichtiefe in den menschlichen Körper gestochen wurden.

Die sogenannten Nadeln waren natürlich nicht so ausgereift verarbeitet wie heute, jedoch gab es fast an jeder Ecke auf dem Markt Schmiede, die annähernd nützliche Werkzeuge für die TCM-Meister herstellen konnten

Entstehung und Entwicklung
Ursprünglich hatte diese Heilkunst mit magisch-religiösen Ritualen zu tun : Die mehr als 365 Akupunkturpunkte auf 12 Körpermeridianen entstammen der Zahlenmagie, Sinnbilder für Tage und Monate des Chinesischen Kalenders. Im Laufe der Zeit wurden (und werden noch) weitere Extrapunkte entdeckt.
Später wurde diese Heilmethode von den Gelehrten im Reich der Mitte angenommen und zu einem komplizierten Wissensgebäude entwickelt. Sie fügten die Lehre von den 5 Elementen, die Philosophie von Yin und Yang und andere Gedanken aus der taoistischen Ideenwelt hinzu.

Heute werden fast täglich neue Studien bezüglich der Akupunturwirkung auf den menschlichen Organismus veröffentlicht. Ebenfalls Studien im vergleich zur westlichen Medizin, der sogenannten Schulmedizin. Über Biophotonen (Teilchen in der Physik) können die Meridiane und deren Aku-Punkte sichtbar gemacht werden, sodass man jetzt nachweisen kann, dass das Meridiansystem eigenständig existiert und nichts mit den Nervenbahnen zu tun hat. An den Aku-Punkten kreuzen sich sowohl die Blutgefäße (Venen, Adern), Lymphgefäße, die Nervenbahnen und die Leitbahngefäße/Meridiane, was dafür sorgt, das genau an diesen Punkten eine erhöhte Sensibilität herrscht – sie sind als kleine „Wölbungen“  oder „Kuhlen“ tastbar und werden als druckempfindliche Areale empfunden!

Anwendung
Jede Leitbahn (vgl. Stromnetz, Blutgefäße oder Nervengefäße) ist einer bestimmten Organfunktion zugeordnet – z.B. Lunge, Milz, Leber usw. In der Chinesischen Medizin (TCM) werden psychische und körperliche Disharmonien, wie Schmerzen, innere Unruhe, Verspannungen, Schlaflosigkeit, im „Stromnetz“ des Körpers durch Nadelung bestimmter Punkte „Schaltzentralen“ wieder in Balance gebracht.

So können Körper und Geist wieder harmonisch zusammen leben!

Was kann mit der Akupunktur behandelt werden ?
Alle rückbildungsfähigen Erkrankungen können mit der TCM behandelt werden. Was gestört ist, kann behandelt werden, aber nicht was zerstört ist. So kann zum Beispiel beim Kniegelenksverschleiß der zerstörte Knorpel nicht wieder aufgebaut werden, die schmerzhaften Folgen des Knieverschleißes jedoch durch die Akupunktur gelindert werden.
Beim Schlaganfall kann das zerstörte Nervengewebe nicht wieder hergestellt werden, die gestörte Körperfunktion aber gebessert werden !

Aus Sicht der chinesischen Medizin sollte prophylaktisch therapiert werden
Schon das geringste Anzeichen, wie das Zucken am Augenlid, das kleine Zwicken am Knie, das Unwohlsein in der Magengegend sind gute Gründe einer TCM-Behandlung. Dadurch soll vermieden werden, dass solche Symptome zu einer großen körperlichen Belastung ausarten, wie Bsp. Magengeschwüre.

Liste der Erkrankungen, die laut World Health Organization (WHO) mit Akupunktur behandelt werden können (aus der Sicht der westlichen Medizin!)

Erkrankungen des Stütz- und Bewegungssystems
Myofasziales Schmerzsyndrom
Radikulärsyndrom
Pseudoradikulärsyndrome
Arthralgien, Arthrosen, Arthritis, rheumatoide Arthritis
HWS-Syndrom, zervikale Spondylitis, Tortikollis
BWS-Syndrom, Thorakalsyndrom
LWS-Syndrom, Lumbago, Ischialgie, Lumbosakrales Schmerz-Syndrom
Koccygodynie
Schulter-Arm-Syndrom, Periarthritis humeroscapularis, Frozen Shoulder
Epikondylopathie
Karpaltunnelsyndrom
Koxarthrose, Koxalgie
Gonarthrose, Gonalgie
Achillodynie
Tendinopathie, Achillodynie
Morbus Sudeck

Neurologische Erkrankungen
Kopfschmerzen, Migräne
Trigeminusneuralgie
Atypischer Gesichtsschmerz
Interkostalneuralgie
Zosterneuralgie
Phantomschmerz, Stumpfschmerz
Polyneuropathie, Parästhesie
Lähmungen, Hemiparese, Fazialisparese
Zerebrale Anfallsleiden
Minimale zerebrale Dysfunktion
Entwicklungsstörungen im Kindesalter
Vegetative Dysfunktion

Psychische und psychosomatische Störungen, Suchterkrankungen
Depressive Verstimmung, Depression
Schlafstörung
Erschöpfungszustand
Psychovegetatives Syndrom
Unruhezustand
Entgiftungsbehandlung und Therapiebegleitung bei Suchterkrankungen (z.B.
Alkohol, Nikotin, Arzneimittel, illegale Drogen)
Bulimie
Adipositas

Bronchiopulmonale Erkrankungen
Bronchitis
Pseudokrupp
Hyperreagibles Bronchialsystem
Asthma bronchiale

Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Funktionelle Herzerkrankungen
Herzrhythmusstörungen
Angina pectoris, Koronare Herzerkrankung
Hypertonie
Hypotonie
Durchblutungsstörungen

Gastrointestinale Erkrankungen
Funktionelle Magen-Darmstörungen
Singultus, Hyperemesis
Oesophagitis, Gastritis, Gastroenteritis
Ulcus ventriculi, Ulcus duodeni
Cholangitis, Cholecystitis
Gallenwegsdyskinesie, Hepatitis
Obstipation, Diarrhoe
Colon irritabile
Colitis ulcerosa
Morbus Crohn

Urologische Erkrankungen
Cystitis, Prostatitis
Pyelonephritis
Funktionelle Störungen des Urogenitaltraktes, Reizblase
Harninkontinenz
Enuresis nocturna
Impotenz

Gynäkologische Erkrankungen
Zyklusstörung, Dysmenorrhoe, Amenorrhoe
Prämenstruelles Syndrom
Klimakterisches Syndrom
Adnexitis, Salpingitis
Vaginal- und Uteruszysten
Mastopathie
Fertilitätsstörungen, Frigidität
Geburtsvorbereitung, Geburtseinleitung
Geburtserleichterung
Laktationsstörung

Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen
Pollinosis
Rhinitis, Sinusitis, Tonsillitis
Geruchsstörungen, Geschmacksstörungen
Otitis
Hörsturz, Schwerhörigkeit, Tinnitus
Morbus Menière, Schwindel, Reisekrankheit,
Labyrinthitis
Stimmstörung

Augenerkrankungen
Konjunktivitis, Blepharitis, Uveitis
Visusschwäche
Glaukom
Retinitis pigmentosa, Maculadegeneration

Hauterkrankungen
Urtikaria
Neurodermitis, atopisches Ekzem,
Entzündliche Hauterkrankungen
Akne vulgaris, Furunkulose
Psoriasis
Ulcus crusis, schlecht heilende Wunden
Herpes simplex

Sonstiges
Tumorschmerz
Postoperativer Schmerz
Posttraumatischer Schmerz
Zahnschmerzen
Kollaps
Immunstörung

Diese Indikationsliste wurde erstellt von:
Deutsche Ärztegesellschaft für Akupunktur e.V.
Deutsche Akupunktur Gesellschaft Düsseldorf
Deutsche Gesellschaft für Akupunktur und Neuraltherapie
Internationale Gesellschaft für Chinesische Medizin
Forschungsgruppe Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin e.V.
Berufsverband der deutschen Akupunkturärzte

Stand: Mai 2001

Nebenwirkungen der Akupunkturtherapie
Blaue Flecken oder kleinste Hautblutungen sind möglich. Selten kommt es zu Kreislaufproblemen oder Erstverschlimmerung, die sich schnell zurückbilden !